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Unsere Welt steckt in einer Energiekrise. Trotzdem gehen 60 % der zur Stromerzeugung verwendeten Energie ungenutzt verloren. Für diesen wahrscheinlich verschwenderischsten industriellen Prozess gibt es eine einfache Lösung.

Die meisten Kraftwerke verfügen über eine Energieeffizienz von 40 %. Durch Einsatz eines Fernenergiesystems könnte ihre Effizienz auf 90 % gesteigert werden.

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Unglaubliche 60 % der zur Stromerzeugung eingesetzten Energie wird verschwendet. Sie geht als Abwärme an die Atmosphäre verloren. Mit Hilfe von Fernwärme kann diese Energie effektiv genutzt werden.

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  • WIRTSCHAFT DER ABHÄNGIGKEIT

    Das Problem unserer Zeit ist die Abhängigkeit zwischen Wirtschaft und Energie. Seit der industriellen Revolution gründete sich die wirtschaftliche Entwicklung auf der Nutzung fossiler Brennstoffe. Dabei wurden die begrenzten Ressourcen ebenso wenig beachtet wie deren Gefahr für unsere Umwelt. Heute wissen wir, dass ein weiteres Wachstum nur durch eine rasche Reform unserer Energiesysteme möglich ist. Die Erschließung sauberer, nachhaltiger Energiequellen ist als Alternative zu fossilen Brennstoffen von zentraler Bedeutung. Dabei wurden schon erste Fortschritte erzielt, erneuerbare Energien attraktiver zu machen. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass unsere bestehende Energieinfrastruktur ineffizient ist und ein enormes Potential zur Energiegewinnung durch Rückgewinnungs- und Recycling-Maßnahmen besteht. Der Einsatz erneuerbarer Energien ist gut, aber nutzlos, solange keine umfangreiche Verbesserung der Energieeffizienz stattfindet. Mit anderen Worten: Es macht wenig Sinn, allein mehr nachhaltige Energie zu produzieren, wenn wir diese Energie weiterhin auf verschwenderische Art und Weise einsetzen.

  • EMISSIONSZIELE

    Das Recycling von Wärme mit Hilfe von Fernenergienetzen ermöglicht eine enorme Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen. Das gilt besonders für urbane Gebiete, in denen der Wärmebedarf am höchsten ist. Die Emissionen werden reduziert, ohne die Wirtschaftsleistung einzuschränken oder den Lebensstandard herabzusetzen. Ganz im Gegenteil, Fernenergie ist schon heute weit verbreitet. In einigen der am besten entwickelten Industrieländern Europas, in denen Produktivität und hoher Lebensstandard Hand in Hand mit der Reduzierung von CO2-Emissionen gehen: Kopenhagen spart durch den Einsatz von Fernenergie jährlich 665.000 Tonnen CO2 ein, in Helsinki sind es 1,5 Mio. Tonnen.

    Mit Fernenergie können diese Ziele hier und jetzt erreicht werden. Sie ist eine bewährte und praktische Methode zur geregelten CO2-Reduzierung und zur Einhaltung internationaler Verpflichtungen zur Emissionskontrolle.

  • ENERGIEVIELFALT

    Die Technologie, die hinter Fernenergie steckt, ist bemerkenswert einfach, stabil und macht das System im Hinblick auf verschiedene Energiequellen sehr flexibel und anpassungsfähig. Fernenergie-Netze können direkt aus erneuerbaren Energiequellen, wie zum Beispiel aus Solar- oder Biomasseanlagen, gespeist werden. Das bietet die Möglichkeit, tausende von Menschen mit Fernwärme oder Fernkälte zu versorgen, die ausschließlich aus erneuerbarer oder recycelter Energie gewonnen wird.

  • ENERGIE RÜCKGEWINNUNG

    Das Grundprinzip einer Fernwärmeversorgung ist die aus industriellen Prozessen (wie der Stromerzeugung) zurückgewonnene Wärme, über ein zentrales System, zum Beheizen unterschiedlichster Gebäude zu verwenden. Dabei wird die bei der Stromerzeugung anfallende überschüssige Energie in Form von heißem Wasser zu Heizzwecken über unterirdische Leitungen an Haushalte und Gebäude verteilt. Dieses Prinzip kann auch zu Kühlzwecken eingesetzt werden, indem die gewonnene Energie für die Versorgung von Klimaanlagen mit kaltem Wasser verwendet wird.

    Der große Vorteil des System liegt darin, dass keine „neue” Energie bzw. Brennstoffe benötigt werden. Die Heizung (oder Kühlung) erfolgt mit Hilfe von zurück gewonnener Energie, die bereits vorhanden ist und sonst verschwendet wäre.

  • EIN LECK IN DER LEITUNG

    Wir erinnern uns an die erschreckenden Bilder, als im Jahr 2010 Millionen Barrel von Rohöl aus der beschädigten Ölbohrplattform von BP in den Golf von Mexiko strömten. Ähnliches passiert jeden Tag bei der Stromerzeugung. Je 100 Megawatt (MW) erzeugten Stroms gehen 200 MW Wärme (genug um 20.000 Haushalte zu beheizen) als Abwärme verloren. Es gibt nur wenige industrielle Prozesse, die noch ineffizienter sind. Diese Verschwendung wurde akzeptiert, als fossile Brennstoffe noch billig und scheinbar im Überfluss vorhanden waren (der Treibhauseffekt war damals noch unbekannt). Heute hat sich die Situation dramatisch verändert, und sie schreit nach einer Korrektur.

    Während sich der Prozess der Stromerzeugung selbst kaum effizienter gestalten lässt, muss die dabei anfallende Abwärme erhalten und für andere Zwecke verwendet werden.

  • ECOPOLIS

    Bis 2030 werden 60 % der Weltbevölkerung in Städten leben, die 75 % der Weltenergie verbrauchen. Fernwärme wird bei der Deckung des Energiebedarfs eine wesentliche Rolle spielen und gleichzeitig nachhaltigere urbane Zentren schaffen. Europa hat die Möglichkeit, als Musterbeispiel voranzugehen und der Welt zu zeigen, dass pulsierende, reiche Städte und Umweltschutz keine Gegensätze sein müssen. Die Vision einer ECOPOLIS – einer CO2-neutralen Stadt – ist für uns zum Greifen nahe. Wir brauchen nur den Mut dazu.



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Überschüssige Energie
Erneuerbare Energien

Führende Stadtverwaltungen setzen auf neue Konzepte zur Energieversorgung ihrer Städte; die Lokal vorhandenen erneuerbaren Energieressourcen mit Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Fernenergie in einem einzigen C02 sparenden Netzwerk verbinden.

  • DIE WERTSCHÖPFUNGSKETTE

    Das Grundprinzip der Fernenergie ist bemerkenswert einfach. An einem Ende des Netzwerks befindet sich eine Energiequelle (zumeist eine Multibrennstoff -KWK-Anlage). Über wärmegedämmte Rohrleitungen gelangt die Wärme in die Gebäude, wo sie mit Hilfe von Übergabestationen und Regelkomponenten über Heizungs-, Klima- oder Lüftungsanlagen verteilt wird. .

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  • ANPASSUNGSFÄHIG

    Ein Fernwärmenetz ist überaus flexibel und funktioniert schon mit weniger als 30-40 Haushalten. Ein bestehendes Netzwerk kann ausgeweitet werden, sobald finanzielle Mittel, Pläne usw. dafür zur Verfügung stehen. Da es sich bei Fernenergieanlagen um Multibrennstoffsysteme handelt, werden praktisch alle Energiequellen unterstützt. Dadurch kann sich die Anlage perfekt an zukünftige Veränderungen hinsichtlich der Brennstoffzusammensetzung und der Energieinfrastruktur einer Stadt anpassen.

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  • ANWENDUNG

    Auf Endverbraucherebene werden einzelne Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen. Über die Übergabestation wird das Warmwasser für Raumheizung und Trinkwarmwasser (TWW) in die Heiz- und TWW-Systeme des Gebäudes geführt.

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  • ROHRE

    Nach ihrer Erzeugung wird die Wärme (in Form von Wasser oder Dampf) über ein Netz wärmegedämmter Vorlauf-Rohrleitungen an die angeschlossenen Gebäude verteilt. Das ausgekühlte Fernwärme-Wasser kehrt über die Rücklaufleitung zum Heizkraftwerk zurück. Spitzenlasten können über Wärmespeicher ausgeglichen werden. Je nach den örtlichen Gegebenheiten werden die Rohre über- oder unterirdisch verlegt.

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Das Konzept der Fernenergie ist nicht neu. Allerdings hat es in einer Welt, die immer mehr nach praktischen Lösungen zur CO2- Reduzierung sucht, wieder mehr Bedeutung erlangt. Die neueste Generation von Fernenergie-Infrastrukturen (4G) hilft Stadtplanern dabei, die Energieeffizienz erheblich zu verbessern und gleichzeitig eine rentable Möglichkeit zur Erschließung erneuerbarer Energiequellen zu schaffen. Sicher, nachhaltig, anpassungsfähig – Fernenergie ist heute ein wichtiges Mittel zur Reduzierung von Kohlendioxidemissionen.

Bei Fernenergie (auch bekannt als Fernwärme und -kälte) handelt es sich um ein äußerst effizientes, kostengünstiges und wartungsarmes System zur Versorgung von privaten, gewerblichen und industriellen Heizanwendungen. Ihr größter Vorteil liegt darin, dass sie auch eine effektive Lösung für globale Probleme wie Brennstoffverknappung, steigende Brennstoffpreise und die zunehmenden Auswirkungen unseres Energiebedarfs auf die Umwelt darstellt.

  • FLEXIBEL, WIRTSCHAFTLICH UND SICHER

    Mit nur einem einzigen Fernenergienetz können zahlreiche Endverbraucher gleichzeitig mit Wärme versorgt werden. Darüber hinaus bietet es die Möglichkeit, Energie in thermischen Speichern zu lagern. Einer der größten Vorzüge des Systems ist seine intelligente Nutzung von Wärme, die industriell (oft in riesigen Mengen) erzeugt und verschwendet wird. In einem konventionellen Kraftwerk gehen zum Beispiel mehr als 60 % der bei der Stromerzeugung produzierten Abwärme ungenutzt verloren. Durch die Koppelung mit einem Fernenergiesystem kann diese Energie nutzbar gemacht und in ein Fernwärmenetz gespeist werden (dieser Vorgang wird auch als Kraft- Wärme-Kopplung bezeichnet).

    Fernenergie ist außerdem sehr flexibel, vor allem in Hinblick auf die Art und Anzahl der dafür verwendeten Brennstoff-/Energiequellen. Neue Energiequellen können ganz einfach hinzugefügt werden, ohne das System oder seine Nutzer zu beeinträchtigen – das ist viel effizienter als die derzeitige Methode, Heizanlagen in verschiedenen Gebäuden einzeln auszutauschen, sobald eine neue Technologie auf den Markt kommt. Fernwärmeleitungen verfügen generell über eine längere Lebensdauer als Kesselanlagen. Daher können Netzwerke basierend auf der wirtschaftlich (und politisch) am besten geeigneten Technologie angelegt werden. Bei der sich in rasantem Tempo weiterentwickelnden Technologie bietet das System zudem eine einfache Möglichkeit zur Nutzung neuer Energiequellen, die in Zukunft vielleicht zur Verfügung stehen werden.

    Fernenergiesysteme stellen aufgrund ihrer Beschaffenheit außerdem eine sicherere Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen dar. Im Gegensatz zu zentralen Heizkesseln ist bei Fernenergie keine offene Flamme im Haus mehr notwendig, wodurch sich das Brandrisiko verringert. Zudem ist keine eigene Gasleitung erforderlich, die die Gefahr von Gaslecks mit sich bringen würde. Sämtliche hohen Drücke und Temperaturen sind auf eine zentrale Anlage und ein Netzwerk begrenzt. Dadurch werden die Konsumenten vor entsprechenden Gefahren geschützt.

  • EINE FÜHRENDE ROLLE ÜBERNEHMEN

    Während die finanziellen, ökologischen und politischen Kosten für fossile Brennstoffe steigen, sorgt Fernenergie für eine reibungslose Entwicklung hin zu grüneren Alternativen. Diese Technologie wird bereits in einigen europäischen Ländern angewandt, in denen mehr als die Hälfte der Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen sind. In einigen europäischen Städten ist der Anteil sogar noch höher. So sind zum Beispiel in Helsinki und Kopenhagen beinahe 90 % aller Gebäude an das Fernenergienetz angeschlossen, was jeweils 49 % bzw. 60 % der Wärmeversorgung ausmacht. In Schweden wird das System in 270 Gemeinden eingesetzt, was einem Energieverbrauch von 50 TWh/Jahr entspricht. Weiter vorne im Feld liegt Moskau, wo Fernenergie-Anlagen einen Energieverbrauch von 66.000 GWh/Jahr abdecken.

  • DIE ZEIT IST REIF

    Es gibt schlagende Beweise dafür, dass Fernenergie sowohl für die Wirtschaft als auch für die Umwelt Vorteile bietet. Angesichts des erwarteten Anstiegs der CO2-Emissionen um 50% in den kommenden 30 Jahren besteht jetzt Handlungsbedarf. Schätzungen zufolge könnte eine Verdoppelung der derzeitig vorhandenen Fernenergieanlagen in der EU folgende Ergebnisse erzielen:

    • 4,5 EJ weniger Importabhängigkeit – das entspricht der gesamten Energieversorgung von Polen
    • Höhere Energieeffizienz und eine Einsparung von 2,1 EJ – das entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von Schweden
    • Emissionsreduzierung von 400 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr – das entspricht der jährlichen CO2- Emission durch Kraftstoffverbrennung in Frankreich

    Diese Technologie kann den Weg zu einer umweltfreundlicheren Gesellschaft ebnen, in der ein höherer Energiebedarf durch den Einsatz von weniger Energiequellen gedeckt wird. Natürlich ist für die Umsetzung von Fernenergie anhaltender politischer Druck notwendig, doch das Ergebnis ist klar: "Weniger ist mehr" ist nicht nur der Titel des Grünbuches der Europäischen Kommission zum Thema Energieeffizienz, sondern auch ein sehr realistisches Ziel.

FREIE ENERGIE Dokumentarfilm

DAS SCHWEDISCHE MODELL

  • Seit 1990 wurden die CO2-Emissionen schwedischer Fernenergie-Systeme um 60 % reduziert. Das ist dreimal mehr als das von der EU geforderte Ziel

  • Der Einsatz fossiler Brennstoffe für Fernenergie wurde von 80 % auf 3 % verringert

  • Schätzungen der schwedischen Regierungen zufolge könnte die EU ihre Ziele zur CO2-Reduzierung allein durch Verdoppelung der Fernenergie- Anlagen erreichen

DATEN UND FAKTEN

  • In Fernwärmesystemen wird Energie, die sonst ungenutzt verloren gehen würde, gesammelt, gespeichert und in Form von Warmwasser oder Dampf über ein Netzwerk von isolierten Rohren an gewerbliche, industrielle und private Gebäude verteilt.

    Die neueste Generation von Fernwärmeanlagen kann eine Vielzahl von Energieressourcen nutzen. Dazu zählen:

  • Kessel, die mit herkömmlichen oder erneuerbaren Brennstoffen, wie Biomasse, betrieben werden

  • Abwärme aus industriellen Prozessen

  • Wärme aus Stromerzeugung, z.B. Kraft-Wärme-Kopplung

  • Energie aus Verbrennungsanlagen für Siedlungsabfälle

  • Natürliche Wärmequellen, wie Solar-, Wind- oder geothermische Energie

80 % der EU-Bevölkerung lebt in Städten, die für 70 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Sie sind zugleich Ursprung und Lösung des Problems. Glücklicherweise nehmen immer mehr lokale Behörden ihr Recht und ihre Verantwortung zur Bestimmung ihrer Energiezukunft wahr und machen ihre Städte so zu lebendigen Brutstätten für Visionen und Innovationen.

Fernwärme bietet nicht nur eine hervorragende Möglichkeit zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung, sondern auch zur Verringerung des Energieverbrauchs. Es handelt sich um eine Technologie mit überaus hoher Flexibilität, die sich jeden Brennstoff zunutze machen kann. Dazu gehört neben anderen die Verwertung von Abwärme, die Nutzung erneuerbarer Energien und vor allem der Einsatz von Kraft- Wärme-Kopplung (KWK). Internationale Energieagentur

Die Probleme in Hinblick auf Klima und Energie sind grundsätzlich globaler Natur. Deshalb erscheint es als selbstverständlich, dass deren Lösung auf globaler Ebene und unter internationaler Führung erfolgen muss. Ein geeigneter weltweiter Konsens ist allerdings noch lange nicht in Sicht. Aus diesem Grund entwickelt sich langsam eine neue Herangehensweise auf lokaler Ebene. Die Tatsache, dass praktische Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht in den Konferenzräumen der Vereinten Nationen getroffen werden, sondern vielmehr in den Städten, in denen so viele von uns leben und arbeiten, rückt mehr und mehr ins Bewusstsein. Das Prinzip „global denken und lokal handeln” ist heute wichtiger denn je.

Städte und Gemeinden, die nach Wegen zur Verringerung des Energieverbrauchs und zur Senkung von Energiekosten suchen, können aus einem riesigen Pool an Möglichkeiten wählen. Doch obwohl einzelne Initiativen durchaus wichtig sind, besitzen sie nicht dieselbe Effektivität wie umfangreiche und ganzheitliche Programme. US-Energieministerium
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Da 70 % des EU-weiten Energieverbrauchs auf Städte entfallen, sind sie der Schlüssel zur Erreichung des EU-Ziels „20 % weniger Energieverbrauch bis 2020” und zur Entwicklung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft bis 2050. EU-Energiekommissar Günther Oettinger
  • Den Erfolg planen

    Nachhaltige Städte entstehen nicht einfach von selbst. Sie sind das Ergebnis eines gut durchdachten und stimmigen Plans zur städtischen Entwicklung, in dem die wichtigsten infrastrukturellen Elemente, wie Energie-, Verkehrs-, Gebäude-, Wasser- und Abfallmanagement, nicht getrennt betrachtet werden, sondern als miteinander verknüpfte Teile eines Ganzen.

    Für einen derartigen ganzheitlichen Ansatz bedarf es der aktiven Führung durch lokale Behörden, die sich das Ziel gesetzt haben, ihre Stadt zu einem saubereren, umweltfreundlicheren und lebenswerteren Ort zu machen. Doch vor allem bedarf es eines Plans.

  • Grüne Stadt – Grüne Energie

    Netzwerke für Fernwärme und -kälte lassen sich bestens in das Zentrum einer grünen Stadt oder Gemeinde einfügen. In dicht besiedelten urbanen Gebieten, in denen der Wärmebedarf unweigerlich am höchsten ist, sind sie perfekt dafür geeignet, lokal vorhandene erneuerbare Energieressourcen und Abwärme nutzbringend zu verwerten. Solche Systeme bewirken eine wesentliche und nachweisbare Verringerung des Primärenergieverbrauchs sowie der CO2-Emissionen und geben der Stadt größere Unabhängigkeit von Energie, die aus anderen Ländern oder Regionen importiert werden muss. Gleichzeitig werden die Einwohner mit einem hohen Maß an Komfort und Zuverlässigkeit versorgt.

DATEN UND FAKTEN

  • Zurzeit geht in vielen Ländern mehr als die Hälfte der Primärenergie auf ihrem Weg zum Kunden als Abwärme verloren. Bei den aktuellen Ölpreisen entspricht das einem Verlust von über € 1.000 pro Einwohner.

  • Die EU hat sich das Ziel gesetzt, den Energieverbrauch in Europa bis 2020 um 20 % zu verringern und die Nutzung erneuerbare Energien gleichzeitig auf 20 % zu erhöhen.

  • Durch den Einsatz von Fernwärme kann ein Großteil der Abwärme aus der Stromerzeugung wiederverwendet werden, wodurch die Kraftwerke eine Effizienz von 90 % erreichen.

  • Die Fernenergie-Branche in Europa ist bereits dabei, ihr Fachwissen mit der ganzen Welt und besonders mit stark wachsenden Märkten zu teilen.

Führende Persönlichkeiten aus Politik, Lehre, Wirtschaft, und Umweltschutz äußern ihre Ansichten zur Bedeutung nachhaltiger Städte und zur Rolle, die Fernwärme dabei spielen kann.

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Gerard Magnin,
Executive Director von Energy Cities

AUS STADT- PLANERISCHER SICHT

„Durch den Einsatz von Fernwärme werden lokale Ressourcen viel effizienter genutzt – das Spektrum reicht von Abwärme bis zu lokal vorhandenen erneuerbaren Energien und Kraft-Wärme-Kopplung. Somit können lokale Behörden viel Geld für Energie einsparen und ihren Einwohnern gleichzeitig eine sicherere und sauberere Umwelt bieten, was allen zu einer höheren Lebensqualität verhilft.”

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Pekka Sauri,
Vizebürgermeister von Helsinki

AUS KOMMUNALER SICHT

„In Helsinki sind 93 % der Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen – denn das ist die kostengünstigste Option. Wir verwenden Abfall und Abwasser, um unsere Stadt zu beheizen und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.”

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Katja Giesenking,
Vertriebsleiterin, Stadtwerke München

AUS SICHT DES ENERGIEVERSORGERS

„Das Heizen mit Fernwärme statt Öl senkt unsere CO2-Emissionen jährlich um 1,1 Mio. Tonnen. Das entspricht dem Kohlendioxidausstoß aller Münchner Kraftfahrzeuge!“

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Niels B. Christiansen,
Chief Executive Officer, Danfoss

AUS WIRTSCHAFTLICHER SICHT

„Kurzfristig ist die Steigerung der Energieeffizienz eine wirksame Lösung, allerdings muss sie auch Teil einer langfristigen Strategie sein, denn der Energiebedarf wird in den kommenden Jahren beträchtlich steigen. Obwohl erneuerbare Energien auf unserem Weg zur kohlenstofffreien Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen, wird Energieeinsparung stets wesentlich für eine grüne Wirtschaft sein.”

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Dr. Sven Werner,
Professor für Energietechnik an der Universität Halmstad
Es besteht ein Unterschied zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit

AUS AKADEMISCHER SICHT

„Die meisten Menschen halten Energieeffizienz für teuer und schwierig. Doch in Wirklichkeit können die Lösungen einfach und ziemlich kostengünstig sein. Die Herausforderung besteht aus zwei Dingen: Erstens müssen CO2-Emissionen durch die größere Nutzung erneuerbarer Energien reduziert und zweitens die Energieeffizienz erhöht werden. In städtischen Gebieten kann beides mit Hilfe von Fernwärme erreicht werden.”

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Britta Thomsen,
Mitglied des Europäischen Parlaments
Ich heize mein Haus mit Küchenbfällen

AUS EUROPÄISCHER SICHT

„Für Europa ist es überaus wichtig, die Energieimporte zu verringern und Geld zu sparen. Da Energie immer knapper und teurer wird, sollte die Erhöhung der Energieeffizienz höchste Priorität einnehmen. Aus diesem Grund drängen wir auf eine starke, sinnvolle Energieeffizienzrichtlinie. Fernwärme spielt eine große Rolle in Hinblick auf eine Verbesserung der Effizienz und die Integration erneuerbarer Energien.”

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Sabine Froening,
Früher Managing Director von Euroheat and Power
€ 500 Milliarden verschwinden jedes Jahr durch den Schornstein (in Europa)

AUS GEWERBLICHER SICHT

„Betrachtet man die europäische Energiebilanz, so geht ungefähr die Hälfte der Primärenergie, die in das System fließt, auf ihrem Weg zum Endbenutzer verloren – häufig in Form von Abwärme. Der wirtschaftliche Wert dieser verschwendeten Energie beläuft sich auf beinahe € 500 Milliarden. Indem ein Teil davon zurückgewonnen wird, können enorme wirtschaftliche Gewinne erzielt werden.”

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Die Auszeichnung „European Green Capital Award” wird an europäische Städte verliehen, die umweltbezogene Probleme auf besondere Weise lösen. Bei direktem Vergleich wird sehr schnell klar, dass Fernenergie in den Nachhaltigkeitskonzepten der ausgezeichneten Städte eine zentrale Rolle spielt.

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  • 2010 Stockholm

    Stockholm war der erste Gewinner des European Green Capital Award und weist für seine Größe mit 800.000 Einwohnern eine ungewöhnlich gute CO2-Bilanz auf. Eine Erhöhung des Marktanteils für Fernenergie und Veränderungen in der Erzeugung von Fernwärme haben am meisten zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen beigetragen.

    STOCKHOLM IN ZAHLEN:

    • 80 % des gesamten Heizbedarfs wird

      mittels Fernenergie abgedeckt

    • 80 % der Fernwärme wird mit Hilfe

      erneuerbarer Energien erzeugt

    • Seit 1990 wurden die Treibhausgase

      um 593.000 Tonnen verringert

    • Der Einsatz von Fernkälte senkt die

      Emissionen jährlich um 50.000 Tonnen

    • Schwefeldioxidemissionen sind seit den

      1960ern um 95 % zurückgegangen

    stockholm
  • 2011 Hamburg

    Mit 1,8 Millionen Einwohnern ist Hamburg die zehntgrößte Stadt Europas. Der „Zug der Ideen”, mit dem die Stadt ihre ehrgeizigen Pläne zur Lösung von Umweltproblemen vorstellt, und Verbesserungen des bereits bestehenden, groß angelegten Fernwärmenetzes haben Hamburg dabei geholfen, den Titel „Umwelthauptstadt” zu erlangen.

    HAMBURG IN ZAHLEN:

    • Die Stadt will ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 40 % senken
    • Hamburgs Fernwärmenetz verfügt über eine Länge von 800 km
    • Das System versorgt Hamburg jährlich mit 4 Milliarden kWh Fernwärme
    • 19% aller Haushalte sind an das Fernwärmenetz angeschlossen
    • Bis 2020 werden noch 50.000 Haushalte hinzukommen
    hamburg
  • 2012 Vitoria-Gasteiz

    Vitoria-Gasteiz ist ein leuchtendes Beispiel für Umweltschutzinitiativen. Die Stadt ruht sich nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern plant einen „grünen Gürtel“ um das Stadtzentrum zu legen, indem ein verwahrloster Fluss entlang einer zentralen Straße wiederbelebt wird. Zudem werden ökoeffizientere Technologien wie Fernwärme und Solarenergie gefördert.

    VITORIA-GASTEIZ IN ZAHLEN:

    • Vitoria-Gasteiz verfügt an 284 Tagen im Jahr über gute Luftqualität
    • Neu errichtete Gebäude müssen einen um 40% geringeren Energieverbrauch nachweisen
    • Die Energieerzeugung mit Hilfe erneuerbare Energieressourcen hat um 460 GWh/Jahr zugenommen
    • Solarenergie wird zur Warmwasserbereitung für private Haushalte und kommunale Gebäude eingesetzt
    • Größere Nutzung von Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen und Geothermie
    vitoria
  • 2013 Nantes

    Nantes, die laut TIME Magazine lebenswerteste Stadt Europas im Jahr 2004, hat sich zur Gänze dem Kampf gegen die globale Klimaerwärmung verschrieben. In ihrem 2007 erstellten Klimaplan setzt sich die Stadt das Ziel, Treibhausgase zu reduzieren und erneuerbare Energieressourcen vermehrt zu nutzen. Das soll vor allem durch eine Ausweitung der beiden bestehenden Fernwärmesysteme geschehen.

    NANTES IN ZAHLEN:

    • Treibhausgase sollen bis 2020 um 30 % und bis 2025 um 50 % reduziert werden
    • Ausweitung des Fernwärmenetzes von 38 km auf 114 km
    • Bis 2017 wird das neue Fernwärmenetz 50 % aller Haushalte versorgen
    • Die Energie für das Fernwärmesystem wird zu 41 % aus Abfall stammen
    • 49,5% an sozialen Wohnbauten, die an das Netz angeschlossen sind, werden von geringeren Heizkosten profitieren
    nantes
  • 2014 Copenhagen

    Das wunderschöne Kopenhagen ist eine der umweltfreundlichsten Städte der Welt. Sein Fernwärmesystem setzt weltweite Maßstäbe und wird immer noch regelmäßig modernisiert, um Wärmeverluste zu minimieren und einen größeren Nutzen aus erneuerbaren Energiequellen zu ziehen, wie beispielsweise Erdwärme.

    KOPENHAGEN IN ZAHLEN:

    • Mehr als 98% des Heizbedarfs wird durch Fernwärme gedeckt
    • Über ein 1.500 km langes Fernwärmenetz werden 500.000 Einwohner versorgt
    • Das System verursacht um 50% weniger CO2-Emissionen als einzelne Ölheizkessel
    • 1/3 der Wärme wird mit Hilfe von Biomasse und Abfallverbrennung erzeugt
    • In einem Klimaplan werden Initiativen zur weiteren Reduktion von CO2 um 20% bis 2015 festgelegt
    copenhagen
Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel, alle Einwohner der Stadt mit 100 % erneuerbarer Energie zu versorgen, bis 2025 erreichen können. Hep Monatzeder, Bürgermeister von München

München ist nicht nur das Finanzzentrum Süddeutschlands und die Heimstätte einiger der schönsten Architekturbeispiele des Landes, sondern auch ein leuchtendes Beispiel dafür, wie eine Stadt komplett mit erneuerbarer Energie versorgt werden kann. Mit einem Investitionsvolumen von 9 Milliarden € für die Ausbauoffensive Erneuerbare Energien, darunter 200 Millionen € zum Ausbau des Fernwärmenetzes, haben es sich die Stadtwerke München, das städtische Versorgungsunternehmen, zum Ziel gesetzt, die gesamte Stadt bis 2025 mit erneuerbarer Energie zu versorgen, die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 % zu reduzieren und bis 2040 die erste deutsche Stadt zu werden, deren Fernwärmesystem ausschließlich auf erneuerbare Energiequellen zurückgreift.

  • Massstäbe setzen

    München ist weltweit eine der wenigen Städte, die das Problem der globalen Erwärmung an der Wurzel gepackt und in den letzten Jahrzehnten viele grüne Initiativen gestartet haben, um Abfall zu verringern und ihre Energieinfrastruktur, darunter auch erneuerbare Energien, besser zu nutzen. Zum Beispiel erzeugen die Stadtwerke München genug Strom aus erneuerbarer Energie, um die U-Bahn, Straßenbahnen und 800.000 private Haushalte zu versorgen; die Einwohner der Stadt werden dazu ermutigt, entweder Fahrräder oder Elektrofahrzeuge zu benutzen (solarbetriebene Aufladestationen sind in vielen Parkgaragen zu finden); Wohnbauunternehmen müssen sich an strenge ökologische Kriterien halten und alte kommunale Gebäude müssen renoviert und und auf einen Energieeffizienzstandard gebracht werden, der um 30 % höher als der staatlich vorgeschriebene Standard ist.

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  • Ein Fernwärmesystem, auf das man stolz Sein kann

    Einen weiteren Meilenstein in Sachen Umweltverträglichkeit stellt Münchens Fernwärmesystem dar, eines der größten und effektivsten in ganz Europa. Das Netzwerk umfasst 800 km isolierte Rohrleitungen zur Verteilung umweltfreundlicher Wärme in der Stadt und wird mit Hilfe von 4 Millionen kWh jährlicher Abwärme aus Münchens Kraftwerken betrieben. Es handelt sich um ein sehr effektives System. Zum Vergleich: Für die Erzeugung derselben Menge an Wärmeenergie mit ölbetriebenen Hausheizungen wären 450 Millionen Liter Heizöl erforderlich, die 1,1 Millionen Tonnen CO2 an die Atmosphäre abgeben würden. Das entspricht der Kohlendioxidmenge, die innerhalb eines Jahres in München von allen Kraftfahrzeuge zusammen emittiert wird! Das System ist auch aus finanzieller Sicht rentabel. Die Stadtwerke München können ihren Endkunden Energie und Komfort zu so wettbewerbsfähigen Preisen bieten, dass der Anschluss an das Fernwärmenetz nicht verpflichtend wird. Stattdessen stellen sie sich mit ihrem vorteilhaften System dem Wettbewerb mit konventionellen öl- oder gasbetriebenen Heizsystemen.

    Zu den aktuellen Zielen Münchens gehört es, die erste deutsche Großstadt zu werden, deren Fernwärmesystem ausschließlich mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das die Wärmeversorgung von zusätzlich 140.000 Haushalten sowie die gleichzeitige Einsparung von 300.000 Tonnen CO2 umfasst, die sonst bei konventionellen Heizsystemen entstehen würden. Eine Möglichkeit, mit der die Münchner Stadtwerke ihre Vision umsetzen wollen, ist der Einsatz einer bisher noch nicht erschlossenen erneuerbaren Energiequelle – Geothermie.

  • Die Energie der Erde anzapfen

    Die Nutzung von natürlich warmem Wasser für private und gewerbliche Anwendungen ist keine neue Idee. Mehr als 72 Länder profitieren bereits von geothermischer Energie, allen voran Island (93 % der isländischen Haushalte werden durch Erdwärme geheizt und jährlich USD 100 Millionen an Öleinfuhren eingespart). Ein großer Vorteil geothermischer Energie liegt darin, dass sie kontinuierlich Wärme und, falls nötig, mit Hilfe von konventionellen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen auch Strom liefert. München hat das Glück, sich genau beim Bayrischen Molassebecken zu befinden, einem riesigen unterirdischen Heißwasserreservoir mit Temperaturen von 80 bis 140 °C in ungefähr 3.000 Metern Tiefe. Dadurch ist München in der Lage, die geothermische Energie voll zu nutzen. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass potentiell 16 geothermische Brunnen gebaut werden könnten. Ein Geothermiekraftwerk kann jährlich bis zu 45.000 MWh an Wärme liefern. Somit ist Münchens Streben nach einem vollkommen nachhaltigen Fernwärmesystem keinesfalls Utopie.

  • Eine solare Lösung

    Als weitere Energiequelle für sein Fernwärmesystem setzt München nun auch auf Photovoltaikanlagen. Während der Sommermonate wird Solarenergie mit Hilfe von Solarkollektoren gesammelt und entweder in speziellen Warmwasserspeichern gelagert oder sofort zum Waschen, Kochen usw. von den lokalen Einwohnern genutzt. Im Winter wird das gespeicherte Wasser in die Wohnungen gepumpt, wo es für alltägliche Zwecke oder zusätzlich für die Zentralheizung verwendet wird. Unglücklicherweise sind Photovoltaikanlagen relativ teuer und daher findet diese Technologie nur wenig Anwendung. Wenn jedoch mit der Zeit kostengünstigere Technologien entwickelt werden, kann Solarenergie einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Münchner Heizbedarfs leisten.

  • Es ist zu schaffen!

    München hat es auf seinem Weg zu einer wirklich nachhaltigen Stadt bereits weit gebracht. Die Stadt hat einen beträchtlichen Anteil an Zeit, Aufwand und Geld in umweltfreundliche Alternativen, wie sein Fernwärmesystem, investiert und wird das auch in Zukunft tun.

    Der ökologische Nutzen ist mehr als offensichtlich. Zudem wird bereits deutlich, dass sich viele dieser Investitionen langfristig durch Energiekosteneinsparungen amortisieren. Die lokale Wirtschaft hat ebenfalls enorm profitiert, ihren Nutzen aus den Entwicklungsmöglichkeiten gezogen und Fachwissen gesammelt, das nun auf der ganzen Welt gefragt ist und der Stadt einen Wettbewerbsvorteil als attraktiver Wirtschaftsstandort verschafft. Die Vorteile sind auch für die Kunden spürbar. Die Stadwerke München werden für die Endbenutzer keine Verpflichtung zum Anschluss an das Fernwärmenetzwerk einführen. Stattdessen konzentrieren sie sich darauf, das höchste Maß an Komfort zu wettbewerbsfähigen Preisen zu bieten und die Endbenutzer aufgrund ihrer vielen Vorteile für Fernenergie zu gewinnen. Dank ihrer Weitsicht, ihrer Visionen und ihres Engagements ist die Stadt München weltweit eines der besten Beispiele für aktive Initiativen.

Start frei für KWK

chp-started.de

Schätzungen zufolge kann Fernwärme den Energieverbrauch Europas um 7 %, den Einsatz fossiler Brennstoffe um 9 % und CO2-Emissionen um 13 % verringern und gleichzeitig dieselbe Energieleistung erbringen. Aktuelle Erhebungen zeigen außerdem, dass ein Viertel der europäischen Bevölkerung in Gebieten lebt, die sich potenziell für den Einsatz von Fernenergie eignen oder deren bestehende Systeme erweitert werden könnten.

Trotz dieser überzeugenden Zahlen ringt Fernenergie immer noch um die nötige Aufmerksamkeit und die finanziellen Mittel, die zur Verwirklichung der Berechnungen erforderlich wären. Sehr häufig liegt der Grund dafür in falschen Vorstellungen über die Komplexität und Kosten, die mit der Umsetzung neuer Heizungsinfrastrukturen verbunden sind, oder in mangelndem Verständnis der vielen Vorteile dieses einzigartigen Heizungskonzepts.

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DATEN UND FAKTEN

  • Fernenergie in Zahlen:

  • Energieverluste in der EU:

    500 Milliarden € jährlich

  • Verdoppelung der Fernwärmeanlagen in der EU: jährliche Einsparung von 404 Millionen Tonnen CO2

  • Heizkostenrechnung der EU:

    14 Milliarden € bis 2050 gespart

  • Amortisationszeit: 2-3 Jahre

  • Schaffung von Arbeitsplätzen in den nächsten 35 Jahren: 220.000 Arbeitsplätze

WIR BEGINNEN NICHT BEI NULL

  • Heutzutage werden in Europa die Haushalte von 60 Millionen Menschen mit Fernenergie versorgt und ungefähr 57 % der Bevölkerung lebt in Regionen, in denen es zumindest ein Fernwärmesystem gibt. Durch die Erweiterung bestehender Netze kann uns diese effiziente Technologie zu größerer Energieunabhängigkeit verhelfen – und zum Schutz unserer empfindlichen Umwelt beitragen.

  • MARKT- POTENZIAL

    Die Marktdurchdringung von Fernwärme ist in der EU ungleichmäßig. Derzeit werden 9 % des Gesamtwärmebedarfs damit gedeckt. Dieser Anteil ist im Vergleich zu konkurrierenden Systemen (z.B. mit Erdgas) relativ gering. Das bedeutet, dass ein enormes Ausbaupotenzial besteht.

  • VERGEUDETE GELEGENHEIT

    Weniger als 50 % der Energie aus Müllverbrennungsanlagen wird in Form von Strom oder Wärme zurückgewonnen. Es besteht ein großer Bedarf an besseren Technologien und einer größeren Anzahl an Anlagen, vor allem da fast 100 Millionen Tonnen Restmüll auf Deponien verbracht werden.

  • KEINE EINFACHE AUFGABE

    Wie jedes groß angelegte technische Projekt ist auch Fernwärme mit gewissen Herausforderung verbunden. Dazu zählen logistische und strukturelle Schwierigkeiten bei der Verbindung von Netzwerken mit Versorgungsunternehmen, Kraftwerken und anderen potentiellen Energiequellen, die Entwicklung eines effektiven Mess- und Tarifsystems, die Minimierung von Störungen beim Bau der neuen Infrastruktur und der Austausch einzelner Heizkessel mit kompatiblen Fernwärmeeinheiten.

    Glücklicherweise gibt es hinsichtlich Fernwärme bereits sehr viel Praxiserfahrung, mit deren Hilfe diese Probleme gelöst, gelenkt oder sogar in Vorteile umgewandelt werden können. Außerdem müssen diese Schwierigkeiten vor dem Hintergrund der Alternativen betrachtet werden: Unsere Heizungsinfrastruktur ist veraltet, ineffizient und auf fossilen Brennstoffen aufgebaut. Fernenergie stellt eine bewährte Methode dar, um unsere bestehenden Energiequellen besser zu nutzen, sonst verschwendete Energie wiederzuverwenden und erneuerbare Energieträger ins Spiel zu bringen. Das Ergebnis sind wirtschaftliche und ökologische Vorteile auf überregionaler Ebene.

  • ES ZAHLT SICH AUS

    Ein Blick auf das Gesamtbild hilft dabei, alles im richtige Verhältnis zu sehen. Die EU verschwendet pro Jahr unglaubliche 500 Milliarden € an potenziell nutzbarer Energie. Der Einsatz von Fernenergie würde hier einen enormen Unterschied ausmachen. Durch die Verringerung teurer Energieverschwendung und kostenintensiver Brennstoffimporte, die die EU zum Ausgleich ihres Energiedefizits benötigt, sind Fernwärmesysteme auf lange Sicht überaus kosteneffizient. Fernwärmesysteme amortisieren sich sehr schnell und die Wirtschaft profitiert enorm davon. Bei den derzeitigen Preisen für Energieimporte kann eine direkte sozioökonomische Amortisation in nur zwei bis drei Jahren erfolgen. Schätzungen zufolge könnte Fernwärme die Heizkosten der EU bis 2050 um 11 % senken. Das würde eine Einsparung von 14 Milliarden € bedeuten, wenn sich die Brennstoffpreise gemäß den Prognosen der Energy Roadmap 2050 entwickeln. Außerdem könnte durch die Umsetzung von Fernwärmesystemen das Geld aus Energieimporten als Investitionen in den Bau von Verteilungsleitungen, KWK-Anlagen, die Nutzung von Geothermie, Solarenergie, industrieller Abwärme und Energie aus Abfallverbrennung fließen.

    Das würde nicht nur einen erheblichen Gewinn für die Umwelt bedeuten (laut Europäischer Kommission könnte eine Verdopplung der Fernwärmenutzung in 32 europäischen Ländern eine Einsparung von 404 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr mit sich bringen), sondern auch zu einem enormen Wachstum der lokalen Wirtschaft führen und in den kommenden 35 Jahren geschätzte 220.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

  • GEMEINSAME DENKPROZESSE

    Lokal betrachtet bieten Fernwärmesysteme die einzigartige Möglichkeit, auf bereits bestehender Infrastruktur aufzubauen und das Rohrleitungs- und Kabelnetzwerk zu nutzen, das bereits unter der Stadt liegt. Entwicklungsplaner berücksichtigen das oft nicht und verpassen so die wertvolle Gelegenheit, Investitionen mit ganzheitlichen Planungsinitiativen oder Systemmodernisierungen, wie die Verlegung neuer Telefonleitungen, zu verbinden und damit die Kosten zu teilen und Störungen zu begrenzen. Aus der Sicht von Investoren könnte das jedoch niedrigere Kapitalkosten bedeuten und das Ganze zu einer attraktiveren Investitionsmöglichkeit machen.

  • EINE ANPASSUNGSFÄHIGE PLATTFORM

    Lokale und nationale Regierungsstellen müssen bei der Vergabe der begrenzten öffentlichen Mittel eine Vielzahl unterschiedlicher Belange berücksichtigen. Energieplanung, sowohl auf kommunaler als auch auf höherer Ebene, ist für das Wachstum und die Sicherheit eines Industrielandes allerdings von enormer Wichtigkeit. Einer der größten Vorteile von Fernenergie liegt darin, dass sie bereits auf lokaler Ebene sehr wirksam sein kann und nicht auf landesweite Veränderungen angewiesen ist. Nach Möglichkeit können Städte und Gemeinden mittels Wahl einen effizienteren und nachhaltigeren Weg einschlagen, um Haushalte zu beheizen und natürliche Ressourcen zu verwalten. Auf diese Weise können Fernwärmesysteme demokratisch und schrittweise umgesetzt und das Netzwerk auf weitere Städte und Regionen ausgeweitet werden, sobald die Einsparungen Wirkung zeigen.

  • DIE ZEIT IST REIF

    Bei stetig steigenden Preisen für fossile Brennstoffe und immer knapper werdenden Ressourcen ist eine Modernisierung unserer Energieinfrastruktur unumgänglich. Wir brauchen Multibrennstoffsysteme und die Einbindung erneuerbarer Energien. Des Weiteren müssen wir die Energieverschwendung stoppen, vorhandene Energie zurückgewinnen und wiederverwenden, egal aus welcher Quelle sie stammt.

    Damit diese Ziele erreicht werden können, werden Fernwärmesysteme immer wettbewerbsfähiger und dadurch attraktiver für lokale Behörden, Investoren und die breite Öffentlichkeit. Diese Entwicklung wird durch ein besseres Verständnis der Vorteile von Fernenergie gefördert, das auch zu Erhebungen in Hinblick auf die Senkung von Umsetzungskosten (zum Beispiel durch staatliche Zuschüsse und ganzheitlichere Entwicklungspläne), die Erhöhung der Ertragsraten für Investoren und die Umlegung der Vorteile auf die Endbenutzer geführt hat.

    Obwohl Fernwärmesysteme anfangs mit einigen Herausforderungen verbunden sind, bleiben sie dennoch die beste Antwort auf die Energiefragen, vor denen wir heute stehen. Die Ausweitung und Weiterentwicklung von Fernwärme bewirkt nicht nur größere Energieeffizienz, sondern macht uns auch unabhängiger von teuren Energieimporten, wirtschaftlich wettbewerbsfähiger und weltweit führend im Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Seit fast 80 Jahren hat Danfoss mit Hilfe von Klima- und Energielösungen, die eine vielfältige Reihe an alltäglichen Anwendungen abdecken, ein modernes Leben möglich gemacht. Mehr als jemals zuvor nutzt Danfoss nun seine Innovationsführerschaft und Ingenieurskunst, um Systeme zu schaffen (darunter auch Fernwärmesysteme), die nicht nur Spitzenleistungen erbringen, sondern auch in Einklang mit der Umwelt stehen.

Mads Clausen, der Gründer von Danfoss, war ein visionärer Unternehmer, der großen Respekt vor natürliche Ressourcen hatte. Sein Grundsatz war einfach: Erstens kann Energie mit minimalem Verlust effizient genutzt werden. Und zweitens bildet das Geld, das heute gespart werden kann, die beste Grundlage für Investitionen in energiesparende Technologien von morgen. Die bisherigen Entwicklungen geben ihm recht.

Heute kommen die Produkte von Danfoss bei buchstäblich tausenden von Anwendungen, in Gebäuden und Projekten auf der ganzen Welt zum Einsatz, wo sie im Verborgenen einen enormen Beitrag zur Steigerung von Effizienz, Leistung und Umweltschutz bringen. Unsere Technologien sorgen für modernen Komfort durch: die Heizung und Kühlung von privaten und gewerblichen Gebäuden, die kühle Lagerung und den Transport von Lebensmitteln, die Geschwindigkeitsregelung in Elektromotoren, die Automatisierung industrieller Prozesse, hydraulische Regler für Baufahrzeuge, die Förderung erneuerbarer Energien und vieles mehr. Dabei konzentrieren wir uns auf eine Maximierung von Effizienz und Leistung bei gleichzeitiger Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Mit Hilfe von Fernwärme werden heute 9-10 % des europäischen Wärmebedarfs abgedeckt und 113 Millionen Tonnen an CO2-Emissionen pro Jahr eingespart. Die jährlichen CO2-Emissionen würden allerdings um 517 Millionen Tonnen zurückgehen, wenn man den Einsatz von Fernenergie in Europa verdoppeln und die Nutzung erneuerbarer Energie erhöhen würde. Quellen: 1) DHC+ Technology Platform (2009): District Heating & Cooling: A vision towards 2020 - 2030 - 2050.
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  • INNOVATION ALS VERMÄCHTNIS

    Die Ursprünge von Danfoss liegen in Skandinavien und auf seinem Weg von den bescheidenen Anfängen bis heute hat es das Unternehmen weit gebracht: Es beschäftigt 24.000 Fachkräfte und verfügt über 125 Vertriebsgesellschaften und 76 Fabriken weltweit. Indem wir den Innovationsprozess in Richtung Klima und Energie lenken, fördern wir die Entwicklung von nachhaltigen gewerblichen, privaten und natürlichen Umgebungen, verbessern die Lebensbedingungen der Menschen und setzen weltweite Standards in Hinblick auf Klima- und Energieoptimierung

  • EIN PIONIER AUF DEM GEBIET DER FERNENERGIE

    Danfoss District Energy wurde 1991 ins Leben gerufen (damals noch unter dem Namen Danfoss District Heating) und ist nun schon seit beinahe 25 Jahren führend im Bereich der Fernwärmetechnologie. Als unabhängige Division innerhalb der Danfoss Gruppe sind wir im Bereich Fernenergie der weltweit größte Anbieter von Fernwärmestationen, Wärmeübertragern und Regelkomponenten für Anwendungen in privaten, öffentlichen und gewerblichen Gebäuden. Dank unseres Gesamtlösungsansatzes und lokaler Niederlassungen auf der ganzen Welt, bieten wir eine umfassendes Programm von Systemen aus einer Hand.

  • EINE VIELVERSPRECHENDE, NACHHALTIGE ZUKUNFT

    Wir haben eine Vision für die Zukunft des modernen Lebens, für eine nachhaltige Zukunft, in der ein besserer Lebensstandard Hand in Hand mit größerer Sorgfalt in Umgang mit der Umwelt geht. Diese Vision treibt uns dazu an, die Technologien und Prozesse, die diese Zukunft möglich machen, kontinuierlich zu verbessern – nicht nur für uns, sondern für Gemeinschaften auf der ganzen Welt.

Fernwärme Produktportfolio